Fernschachtreffen
Aus Fernschach-Wiki
Jedes Jahr einmal kommen viele Mitglieder des Deutschen Fernschachbundes (BdF) aus allen Teilen der Bundesrepublik zum so genannten Fernschachtreffen zusammen. Diese Treffen haben eine lange Tradition, sie finden seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts statt; in der Satzung des BdF werden sie ausdrücklich in den Regelungen zum Vereinszweck genannt. Was aber macht deren Beliebtheit aus, ohne die eine solche Tradition undenkbar wäre? Bevor die Antwort auf diese Frage gegeben wird, soll ein kleiner Blick in die Historie geworfen werden.
Deutlich bevor es zu regelmäßigen und jährlichen Fernschachtreffen kam, gab es unter den Fernschachfreunden immer wieder den Wunsch, sich persönlich einmal kennen zu lernen. Vielen genügte es nicht, oft über Jahre hinweg nur durch den Zugaustausch miteinander in Kontakt zu stehen, sondern ein persönliches Kennenlernen sollte hinzutreten. Nur als Anmerkung: Ähnliche Wünsche kann man heute auch unter den Spielerinnen und Spielern auf Fernschachservern über das Land hinweg erkennen, was zeigt, dass auch heute persönliche Kontakte noch hoch im Kurs stehen.
Der Wunsch zum Kennenlernen ließ alsbald die Pläne für ein Zusammentreffen im Kreise Gleichgesinnter wachsen. Zum ersten offiziell gezählten Fernschachtreffen kam es 1956 in Stadtprozelten am Main. Zuvor aber hatte es schon drei so genannte Vorläufertreffen gegeben. Das erste Fernschachtreffen nach der Neugründung des deutschen Fernschachverbandes fand vom 24. Juni bis 2. Juli 1950 in dem kleinen Erzgebirgsstädtchen Frauenstein statt. Den Teilnehmern muss diese Veranstaltung bestens gefallen haben, denn schon wenige Tage später wurde vom 22. Juli bis 29. Juli 1950 in Kelheim an der Donau ein weiteres Treffen im Rahmen einer vom heimischen Schachverein organisierten Fernschachwoche veranstaltet. Diesem folgte als letzte der drei erwähnten Vorveranstaltungen ein Treffen der Fernschachspieler in der Lutherstadt Eisenach vom 17. Juni bis 23. Juni 1951; zu diesem konnten bereits mehr als 50 Teilnehmer begrüßt werden. Während anfänglich diese ersten Zusammentreffen ganz im Zeichen von reinen Schachturnieren standen und begleitende Familienangehörige eher selten waren, änderte sich dieses Bild schon sehr bald nach Einführung der regelmäßigen jährlichen Treffen. Auch die Nebenveranstaltungen gestalteten sich von Mal zu Mal vielseitiger und abwechslungsreicher. Gemeinsame Tagesausflüge gehörten schon früh zum festen Bestandteil des Programms. Die Teilnehmerzahlen wuchsen von Jahr zu Jahr, ein Zeichen der zunehmenden Beliebtheit dieser Fernschachtreffen. Ein Rekord wurde im Jahre 1989 mit 420 Teilnehmern erreicht. Neben dem Tagesausflug, dem Preiskegeln, Minigolf und Skat gab es auch ein Tischtennisturnier, später kamen Turniersimultan, eine ganz besondere Variante der nahschachlichen Betätigung der Fernschachspieler, und Wettwürfeln hinzu. Nicht nur die Schachspielerinnen und Schachspieler selbst, sondern auch deren Begleitung, Kinder und Freunde nutzen die Treffen gern für erholsame Tage. Manche Teilnehmer streichen sich die Tage des jeweils kommenden Treffens rot im Kalender an, um den mit dem Treffen verbundenen Urlaub zu vermerken und sich lange darauf freuen zu können. Im Jahre 1990 konnte das erste Fernschachtreffen nach der Wiedervereinigung in Schneverdingen durchgeführt werden, das den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in einer besonderen Erinnerung verblieb.
Auf der Homepage des BdF gibt es einen eigenen Bereich für die deutschen Fernschachtreffen. Neben Informationen zum aktuellen Treffen werden auch etliche der früheren Veranstaltungen dargestellt.
